Mein kleiner Klopsi,
ich vermiss dich so schrecklich.
Als kleines Baby kamst du aus miesen Umständen zu mir. Ich habe jeden Tag gehofft und gekämpft, dass deine Brüder und du noch weiterleben könnt. Im zarten Babyalter habt ihr schon Hammermedis bekommen, um überhaupt eine Chance auf Leben zu haben. 2 deiner Brüder durften noch nicht einmal 2 Monate alt werden. Du hast es gut überstanden und wurdest immer aufdringlicher. Ein richtiger Draufgänger mit einem enormen Selbstbewusstsein warst du. Oft habe ich überlegt, dich kastrieren zu lassen, nett warste nicht immer… Ich verschob es meist, mit dem Gedanken “Noch ist der Klopsi im Rudel händelbar und es besteht keine Gefahr für die anderen”.
Wenn du so richtig böse geborstelt hast und protzig im Auslauf umhe gelaufen bist, konnte ich es auch nicht lassen, dich zu ärgern. Mehr als einmal hast du mich hinterhältig getreten und ich habe dich dafü ausgelacht. Ich wusste genau, bis wohin ich gehen konnte, ohne Gefahr zu laufen, einen Finger weniger zu haben.
D hast mich fürs Ärgern gehasst *lach* Wenn du dich abgeregt hast, kamst du meist zu mir. Hast dich auf mich gesetzt und wir haben beide gekuschelt. Oft hast du mich ganz ausgiebig abgeschleckert, du mochtest es, wenn ich dich “gekussiet” habe.
Komisch, dass du jetzt nicht mehr da bist. Dein Taubenhäuschen ist oft unbewohnt. Es ist auf deiner Etage nur noch wenig Chaos. Es sieht sogar recht ordentlich aus… Ach man, wie oft habe ich dich für diese Unordnung gehasst. Jetzt vermisse ich sie. Ich kann die kleinen Rest der Unordnung nun beseitigen, ohne dass jemand neben mir steht und nervt bzw. mir die Hälfte schon wieder wegnimmt.
Im großen und ganzen warst di, bis auf einige kleine Abszesse, gesund. Dann kam das große Loch, was sich wohl kein Rattenhaltenhalter wünscht. Ich habe euch mit meiner Krankheit angesteckt.
Dich hat die ganze Virussrotze ganz schön mitgenommen, wir haben es aber dennoch geschafft, dein Immunsystem zu stärken und deine Lunge wieder hinzubekommen.
Dir ging es gut, du hast die ganze Zeit über Lebenswillen gezeigt, gekämpft und auch genervt
Es hat sich gelohnt. Du hast es gepackt. Zwar hast du dabei viel abgenommen, aber ich dachte, das bekomme wir wieder drauf -ganz bestimmt…
Leider hast du nicht mehr zugenommen, du warst ganz schön dünni und ich musste aufpassen, dass du ordentlich gepäppelt wirst, um nicht noch mehr abzunehmen.
Dein Gewicht hielt sich, wir hatten Hoffnung, dass du bald wieder der dicke Klopsi wurdest. Dann sah ich, als deine Lunge im Januar wieder schlechter wurde,während der Medigabe, dass deine unteren Zähne viel zu lang waren.
Sie wurden ordentlich gekürzt und ich dachte, hey, das ist der Grund weshalb er immer dünner wurde, jetzt nimmt er zu. Die Hoffnung stieg und sollte bald schon ganz begraben werden.
Du nahmst weiter ab, deine Lunge wurde immer und immer schlechter, mittlerweile gabs schon alles Erdenkliche, um dir zu helfen. Nichts, aber auch gar nichts schlug an.
Als ich dann von der Arbeit kam und dich heftig pumpend im Käfig fand, war Feierabend. Ich fuhr zum TA, um dich gehen zu lassen. Ich konnte und wollte mir nicht mehr mit ansehen, wie du jeden Tag weniger wirst und dir keine Medis auch nur im Ansatz helfen konnten. Die Entscheidung zu treffen, war nicht im Geringsten einfach, aber sie musste sein. Du solltest doch nicht leiden müssen oder im schlimmsten Fall, wenn ich nicht zu Hause bin ersticken.
Du bist schnell und friedlich gegangen – ich denke, es haben dich schon viele erwartet. Ich hoffe, sie haben dich freundlich empfangen.
Schön, dass ich dich kennenlernen und eine Weile begleiten durfte. Ich wünsche mir, dass du jetzt an dem Ort, wo du auch immer sein magst, zur Ruhe kommst und Frieden finden kannst.
Grüß mir die anderen Mäuschen.
Ich habe dich sehr lieb.











