Mein kleiner Arkani-Schnufziemann,
heute kam der schmerzliche Tag, wo sich unsere Wege trennen mussten. Ich sitze hier, heule vor mich hin und kann nicht mehr wirklich erkennen, ob ich die richtigen Tasten treffe.
Wir hatten noch so einen schönen Tag. Du hast mit deiner Senioren-Gruppe bei mir unter der Decke gekuschelt, Breichen gefuttert und doch hoffentlich wohl gefühlt.
Irgendwann war deine Atmung ganz plötzlich miserabel. Du hattest eh schon heftige Lungenprobleme und wir beide wussten, dass unsere Zeit zusammen nicht mehr lange sein würde.
Ich gab dir etliches an Medis, um dir Erleichterung beim Atmen zu schaffen und den noch funktionierenden Teil der Lunge bzw. den Bronchien weit zu stellen.
Kurzzeitig ging es dir besser. Ich setzte euch alle in den Dom zurück, um dir mehr Ruhe und einen gewohnten Platz zu geben. Du hast dich schlafen gelegt. Deine Atmung war immer noch sau schlecht, aber es schien besser zu werden.
Regelmäßig schaute ich nach dir. Deine Augen strahlten mich, wenn auch müde, jedes Mal an, du bist nahezu sofort zu mir gekommen. Als ich ein weiteres Mal nach dir sah musste ich dich suchen.
Seit einigen Wochen war es für dich durch deine beginnende HHL zu schwierig, deine untere Lieblingsetage zu verlassen, so dass du sie nun als Hauptwohnsitz bezogen hast. Ich suchte unten alles ob, bis ich dich eine Etage höher heftig pumpend vor fand.
Kaum noch Luft kam nun noch in deiner Lunge an und der Entschluss stand fest dich gehen zu lassen. Es war so schwer, die Entscheidung, dich gehen zu lassen zu treffen, ich weiß nicht, wie viele Taschentücher ich verbraucht habe.
Aber es gab für dich keinen anderen Weg mehr und wir mussten diesen letzten Gang nun zusammen gehen, auch wenn es noch so weh tat.
Du bist recht friedlich eingeschlafen und hast mir immer wieder meine Finger geschleckt, was den Abschied noch schlimmer machte.
Ich kann mich nicht erinnern, dass du jemals schlechte Laune hattest, selbst heute hast du mir glaube ich mehr Kraft gegeben, als ich sie dir geben konnte.
Am 31.08.2007 kamst eigentlich als Vermittlungstier aus dem Notfall München zu mir. Du warst so schön, deine Art schüchern, aber lieb, so dass ich mich in dich verliebt und schlussendlich behalten habe.
Nach und nach zeigte sich, dass du ein absolutes Spielekind bist. Bis ins hohe Alter hast du mit mir gespielt, dich versteckt und getobt. Du konntest richtig hoppeln und Haken schlagen, hast dich dann wieder auf meine Hand gestürzt, um dann wieder los zu hoppeln.
Viele deiner Rudelfreunde waren von dir und deiner Aufdringlichkeit ziemlich genervt, menschliche Besucher jedoch nur begeistert.
Letzten Sommer haben wir dir beigebracht, wie man Mais auf dem Wasser fischt, lange hats gedauert, du musstest immer wieder was anderes machen, aber schlussendlich konntest du dich dann doch noch mal wenige Minuten konzentrieren, um gezeigt zu bekommen, wie man den Mais heraus fischen kann.
Du warst schon immer etwas Besonderes, deine Art war so toll. Wenn ich dich rief, warst du meist da, deine Augen haben gestrahlt und du hast dich einfach nur gefreut, bei mir zu sein.
Du warst eine Seele von Ratte und wusstest, immer, wie du mich aufheitern konntest, wenn es mir mal schlecht ging.
Viele Kussis habe ich von dir bekommen, meine Finger wurden so oft geschleckert. Nie hattest du schlechte Laune oder warst auch nur im Ansatz böse zu mir. Zu deinen Kumpels konntest du auch mal etwas forscher werden, aber selbst das kam auch nur wenige Male vor.
Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie es ist, dich nicht mehr zu sehen, zu wissen, es kommt keiner mehr angestrampelt, wenn ich rufe – schon lange hat es nicht mehr so sehr geschmerzt eine Ratte zu verlieren, wie es jetzt bei dir ist.
Ich wünschte, du wärst noch hier, noch lange, noch Jahre… Ich will nicht wahr haben, dass du schon gegangen bist, ich will dich nicht verloren haben, es tut so weh.
Ich hoffe so sehr, dass du nun an einem Ort bist, an dem es dir gut geht und an dem es dir besser geht, als es mir jetzt geht.
Grüß mir bitte, bitte die anderen Zwerge ganz, ganz dolle.
Ich vermisse euch so schrecklich dolle und hoffe, dass ihr glücklich sein könnt, dort wo ihr auch immer seid.
Machs gut mein Schnufziemann, ich habe so sehr lieb.
Ich drück dich ganz doll.





















