Archiv für Dezember, 2008

Justy *28.03.2008 – 10.12.2008

Veröffentlicht in *Regenbogenbrücke am 31. Dezember 2008 von nervnasen

Meine olle Nervensäge,

es ist so unfassbar, dass du nicht mehr da bist – du fehlst mir so sehr.

So jung musstest du schon von uns gehen -so grausam – mitten in der Blüte deines Lebens.

So viel hast du in deinem kleinen Leben schon durchgemacht und hattest so einen tollen, liebenswerten und offenen Charakter – ach man

Du kamst mit deinem Bruder Kjaro im zarten Alter von 5 Wochen zu mir. Eigentlich solltet ihr Mädels sein – aber irgendwie war dann da doch 2 Eierchen, die bei Mädchen nicht vorkommen sollten.

Du wart Jungs und leider purer Zucker – als ich dann noch wenige Stunden später nach dem Einzug bei euch beiden einen Hodenhochstand entdeckte, war klar, dass ihr bleiben dürft

Anfangs wart ihr richtig schissig, habt aber sehr schnell Vertrauen gefasst und wir konnten bald toll spielen – „Augen-zu-halten“ haben wir am liebsten gespielt.  Du bist dabei immer wie blöde durch die Gegend gesprungen und hast genervt. Meine Hand wurde sehr oft verprügelt, getreten und gebissen :) – manchmal hat es schon ganz schön gezwickt – du warst ungestümt und zu aufgedreht.

Nach deiner erfolgreichen Kastration und der Entfernung des Hodens aus dem Bauch, bist du noch mehr aufgeblüht und hast genervt. Du warst ein richtiges Mädchen, musstest alles anknabbern, wegschleppen und überall hochklettern.

Manchmal war es schon echt anstrengend – besonders, wenn du mir mal wieder vor die Füße gelaufen bist und ich irgendwie anhalten, ausweichen oder wegspringen musste, um dich nicht zu treffen.

Kurze Zeit später musstest du noch einmal unters Messer – du hattest einen Schlitz im Augenlid und dieser musste genäht werden.

Auch das hast du ohne Probleme weggesteckt. Nun hast du Probleme mit der Wundheilung der Kastration des Hodens im Bauchbereich bekommen.

Ständig hat es geeitert und wir mussten spülen, den Eiter entfernen, spülen, entfernen, spülen, spülen, spülen und so weiter.

Irgendwann beschlossen wir, auch dies operativ zu entfernen. Alles ging soweit gut, OP Nummer 3 gut überstanden und nun hoffen, dass kein Eiter nach kommt.

Kam er aber, also wieder entfernen, spülen usw.

Wirklich in den Griff haben wir es nicht bekommen – immer nur zeitweise, nie auf Dauer.

Nach etlichen Wochen und vielen kleinen Eingriffen, die du blöde fandest – hattest du einen richtig dicken Knubbel im Bauch.

Zunächst wurde ein Tumor vermutet und wir wollten erst einmal abwarten und gucken, ob und wie das Ding wächst. Eine OP wäre denkbar ungünstig, da du eh schon derart heftige Wundheilungsprobleme hattest, dass eine Sepsis nicht auszuschließen wäre.

Nach einer Woche war das Ding größer und ich bat um eine OP. Du hast diese überlebt und der Tumor, der keiner war, konnte entfernt werden.

Der vermeintliche Tumor war ein dicker Abszess, der völlig verkapselt war und kurz davor stand, in die Bauchdecke sich zu ergießen, 1-2 Tage hätte es noch stand gehalten, dann wäre alles in die Bauchdecke gelaufen.

Der Eiter war übel stinkend und nicht leicht zu entfernen. Dein Körper musste schon einiges mitgemacht haben, wovon wir nichts wussten.

Alles wurde mir größter Sorgfalt und Achtsamkeit entfernt und du bist langsam aber gut wieder aufgewacht.

Zuhause mussten wir dann noch einmal heftig um dein Leben bangen, aber du hattest so einen starken Willen, dass du mit gekäpft hast.

Die nächsten Tage waren sehr schwierig, du standest unter völliger Überwachung und Reinigung, damit alles so sauber wie möglich bleibt und wir die besten Chancen auf Überlebung haben. AB und Schmerzmittel gab es hochdosiert und dir ging es besser.

Die Chancen standen gut, dass wirklich keine Bakterien und Keime in deine Bauchdenke gewandert sind.

Wenige Tage später konntest du schon wieder etwas nerven und auch spielen, ich habe mich so gefreut und dachte, alles wäre überstanden.

Leider war es das nicht, einen Tag später ging es dir schlecht, du hast geborstelt und wenig gegessen.

Wir erhöhten noch einmal deine Medikation, aber am nächsten Tag ging es dir noch schlechter.

Als wir dann beim TA angekommen waren, wurde unsere Vermutung auf Verdacht einer Sepsis bestätigt. Schweren Herzens und mit ganz viel Tränen ließen wir dich gehen – es war das beste für dich.

Wir haben alles versucht, konnten aber nichts mehr ausrichten.

Wir gerne hätte ich dich noch bei mir – deine kleinen Pfötchen in meinen Haaren oder deinen Kopf in einer Tüte, meinem Ausschnitt, wahlweise auch Hosenbein – aber leider sollte alles anders kommen.

Auch wenn dein Verlust noch so schrecklich schmerzt, bin ich sehr froh, dich hier bei mir gehabt zu haben – du hast mein Leben für eine kurze Zeit bereichert und ich bin dankbar, dass ich diese Zeit mit dir erleben durfte.

Machs es gut mei kleiner Mann – ich habe dich so schrecklich dolle lieb

Grüß mir die anderen und nerv sie nicht so. Bitte denke auch dran, dass nicht jede Ratte begeistert ist, wenn man so lange auf ihr herum hüpft, bis sie aus dem Schlaf aufwacht.

Lass es dir gut gehen :)

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Das olle Nummerngirl

Poldie *05.05.2008 – 24.11.2008

Veröffentlicht in *Regenbogenbrücke am 31. Dezember 2008 von nervnasen

Mein kleiner Wieselmann,

so früh musstest du schon gehen – so plötzlich und unerwartet (

Dir ging es immer gut und du hast dich bester Gesundheit erfreut – kein Schnupfen, kein Niesen, gar nichts, kerngesund warst du.

Bis zum Sonntag, den 23.11.2008 – ihr wart im Auslauf und ich saß mittendrin. Du bist an mir vorbei geflitzt und ich habe an deinem Beinchen eine Wunde entdeckt, die einen Tag vorher noch nicht da war.

Zunächst dachte ich an eine Bisswunde oder eine andere Verletzung, dann sah ich aber, dass die Wunde fest und hart war – eher wir ein Tumor, den du bearbeitet hast. Ganz merkwürdig. Du hast nicht gehumpelt oder sonst irgendwelche Anzeichen von Schmerzen gezeigt, trotzdem habe ich dir ein Schmerzmittel gegeben.

Am nächsten Morgen ging es sofort zum TA. Mittlerweile hast du geborstelt und gezeigt, dass es dir nicht gut geht.

Ich habe dich zur OP dort gelassen und verabredet, dass erst einmal alles getan wird, um dein Beinchen zu erhalten. Als ich dich später abholen konnte, war dein Beinchen noch dran, aber die Prognose war übel.

Du hattest einen Tumor und dieser war schwierig zu entfernen und die Möglichkeit des Beinchenentfernens stand noch im Hintergrund.

Erst einmal wollten wir nicht daran denken und dich mit nach Hause nehmen und päppeln.

Du warst wach, bist gelaufen und warst recht munter. Von jetzt auf gleich waren deine Reflexe weg und deine Atmung wurde schlechter, alle Notmedis halfen nicht mehr und auch dein Herz hörte auf zu schlagen (

Wir konnten es nicht glauben und es schien ein übler Scherz zu sein – aber das war es nicht.

Du hast beschlossen, über die RBB zu gehen und das in einem sooo jungen Alter – ich kann es immer noch nicht fassen.

Gerade hast du angefangen, sehr zutraulich zu werden und mich zu nerven – Fußbeißen war dein Hobby.

Anfangs warst du so schissig und hast doch bei jedem Geräusch versteckt, in den letzten Wochen merkte man deutlich, dass du gerne hier gelebt hast und auch gerne im Auslauf warst und dort mit Vorliebe alles angefressen hast. Kleines Fresswiesel :)

Sogar unser Lieblingspiel „Augen-zu-halten“ mochtest du – immer wieder kamst du angewurschtelt und hast dich wurscheln und bespaßen lassen und bist dann wieder schnell weggeflutscht.

Manchmal hast du auch vergessen, wieder zu kommen.

Ach man – nun soll alles vorbei sein?? Ich verstehe es nicht – die OP und auch die Aufwachphase sind vorbildlich abgelaufen. Warum musste dann dein Herz-Kreislaufsystem bzw deine Atmung schlapp machen??

Vielleicht hattest du auch schon im inneren tumoröse Entartungen?! Wer weiß…

Ich hoffe, dass dort – wo du auch immer sein wirst – du keine Probleme mehr damit hast.

Lass dich ganz lieb drücken, olles Wieselchen – machs gut mein Kleiner mit den lustigen Öhrchen.

Ich habe dich sehr lieb.

Grüß mir die anderen und lass es dir gut gehen.

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Beinchen vor der OP

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Beinchen danach:

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